Prozedurale Sedierung und Analgesie bei Katzen

22 February 2021 – News

Unter prozeduraler Sedierung und Analgesie (PSA) versteht man den Prozess der Bewusstseinsausschaltung eines Patienten, um minimalinvasive oder unangenehme Eingriffe durchzuführen. Dieser Begriff stammt ursprünglich aus der Humanmedizin, kann aber auch in der Tiermedizin angewandt werden.
Diese klinische Übersicht konzentriert sich auf Katzen, bei denen eine PSA für verschiedene Eingriffe erforderlich sein kann und das gewählte Protokoll stark vom Individuum abhängig ist. Die Entscheidung zwischen PSA oder Vollnarkose muss gut überlegt sein; die Vor- und Nachteile jeder Technik sollten sorgfältig abgewogen werden, und es sollte eine strenge Anfangsbeurteilung des Patienten durchgeführt werden. Letzteres ist entscheidend für die Wahl des Protokolls. Daher sollte neben einem katzenfreundlichen Umgang die Empfehlung von oralen Sedativa (Gabapentin oder Trazadon) vor dem Tierarztbesuch in Betracht gezogen werden, um bei einigen Katzen Stress und Angst zu lindern.
Es ist bekannt, dass Katzen ein höheres Risiko eines Narkosetodes aufweisen als Hunde und dass Himalayans aufgrund ihrer Brachyzephalie ein erhöhtes Risiko für Komplikationen haben. Andere Faktoren wie Alter, Gewicht, die Art des Eingriffs und das Anästhesieprotokoll wirken sich ebenfalls auf die Sterblichkeitsrate aus und werden in der Arbeit detailliert beschrieben.
Vor der PSA sollten die Risikofaktoren ermittelt, das benötigte Material bereitgestellt und die Dosierung der Notfallmedikamente berechnet werden. Während der PSA wird eine Neuroleptanalgesie (Kombination aus einem Opioid-Analgetikum und einem Beruhigungsmittel/Sedativum) empfohlen, nicht nur wegen der konstant besseren Sedierung und Analgesie und der besseren Qualität der Erholung, sondern auch wegen der geringeren unerwünschten kardiopulmonalen Wirkungen im Vergleich zur alleinigen Verabreichung eines der beiden Medikamente in ähnlichen Dosen. Dennoch gibt es vereinzelte Fälle, in denen Opioide allein oder die Kombination Benzodiazepin-Opioid indiziert sind.
Viele evidenzbasierte PSA-Protokolle für Katzen werden in dieser Übersicht ausführlich beschrieben. So wird z. B. bestätigt, dass Dexmedetomidin-Kombinationen die Interpretation der Echokardiographie-Ergebnisse beeinträchtigen können, dass Acepromazin bei Patienten mit Hypovolämie, Dehydratation oder hohem Blutungsrisiko nicht empfohlen wird und dass Propofol eine dosisabhängige kardiorespiratorische Depression verursacht.
Die Autoren betonen, wie wichtig es ist, den Patienten mindestens drei Stunden nach Beendigung des Eingriffs zu überwachen, da die meisten Todesfälle in diesem Zeitraum auftreten. Es ist auch wichtig zu bedenken, dass Faktoren wie Körpertemperatur, Schmerzen und die Dauer des Eingriffs die Qualität der Erholung beeinflussen.

Simon, Bradley T. and Steagall, Paulo V. Feline procedural sedation and analgesia. Journal of Feline Medicine and Surgery (2020) 22, 1029–1045. DOI: 10.1177/1098612X20965830