Kann Epinephrin helfen, den Schweregrad des BOAS zu verringern?

26 April 2021 – News

Das brachyzephale obstruktive Atemwegssyndrom (BOAS) umfasst verschiedene Komponenten, die mit einer chirurgischen Behandlung gelindert werden können. Dennoch gibt es sekundäre Komplikationen, wie Entzündungen und Ödeme, die zur Notwendigkeit einer weiteren Behandlung führen können.

Vernebeltes Epinephrin wurde in der Humanmedizin zur Verbesserung der Atemfunktion eingesetzt, da es eine Vasokonstriktion der Gefäße in der Schleimhaut der oberen Atemwege zu verursachen scheint. Bei Hunden wurde vernebeltes Epinephrin postoperativ (nach einer BOAS-Operation) eingesetzt, um ein Schleimhautödem zu reduzieren. Es gibt jedoch keine objektiven Berichte über die Wirksamkeit dieses Verfahrens.

Diese Studie umfasste 26 brachyzephale Hunde (Möpse sowie französische und englische Bulldoggen), die sowohl eine barometrische Ganzkörperplethysmographie als auch eine Vernebelung tolerierten und als Funktionsgrad II (mäßig) oder III (schwer) eingestuft wurden. Dreizehn dieser Hunde wurden einer bilateralen Tonsillektomie, einer Faltlappenplastik des weichen Gaumens (FFP, folding flap palatoplasty), einer Vestibuloplastik und einer Rhinotomie unterzogen.

Vernebelungen wurden prä- und postoperativ durchgeführt. Die Patienten wurden während und bis 60 Minuten nach dem Eingriff überwacht, einschließlich der Beurteilung von Herzrhythmusstörungen mittels EKG bei den Hunden, die dies tolerierten. Unerwünschte Wirkungen waren selten, wobei Übelkeit am häufigsten berichtet wurde.

Bei Hunden, bei denen der Ausgangswert des BOAS-Index über 70% lag, wurde eine klinisch signifikante Reduzierung des BOAS-Index durch vernebeltes Epinephrin festgestellt. Außerdem scheint dieses Verfahren bei Möpsen effektiver zu sein als bei Französischen Bulldoggen.

Die Verbesserungen der BOAS-Indizes nach der Vernebelung waren in der postoperativen Kohorte konsistenter, was durch die höhere Wahrscheinlichkeit einer Schleimhautschwellung als Folge der Operation erklärt werden kann.

Neben den ermutigenden Ergebnissen dieser Studie zur Verwendung von vernebeltem Epinephrin ist es wichtig hervorzuheben, dass es Einschränkungen gibt, die im Originalartikel nachgelesen werden können. Darüber hinaus sollte bedacht werden, dass dieses Verfahren nicht in Fällen durchgeführt werden sollte, in denen es Stress induziert, da es bekanntermaßen die Obstruktion der oberen Atemwege bei BOAS-betroffenen Hunden verschlimmern kann.

Franklin P. H., Liu N. C. & Ladlow J. F. (2021). Nebulization of epinephrine to reduce the severity of brachycephalic obstructive airway syndrome in dogs. Veterinary surgery: VS, 50(1), 62–70. https://doi.org/10.1111/vsu.13523