FALLBERICHT: Hautnekrose als Folge eines Sonnenbrands bei einem braunen Dackel

17 May 2021 – News

FALLBERICHT: Hautnekrose als Folge eines Sonnenbrands bei einem braunen Dackel

Sonnenstrahlung kann die Haut entweder direkt oder durch thermische Schädigung (über thermische Nekrosen) angreifen. Am stärksten betroffen sind unpigmentierte oder spärlich behaarte Zonen, aber auch dunkle Haut sollte nicht vergessen werden. In der Tat ist es wichtig zu bedenken, dass schwarze Haut viel mehr Sonnenenergie absorbiert als unpigmentierte Haut und Fälle von “dorsalen thermischen Nekrosen” bereits bei den schwarzen Flecken von z. B. Dalmatinern beschrieben wurden.

Der folgende Fall ereignete sich bei einem 5-jährigen braunen Dackel. Er entwickelte eine thermische Verbrennung dritten Grades als Folge einer 45-minütigen Exposition gegenüber direktem Sonnenlicht im Freien bei hohen Umgebungstemperaturen. Als die Besitzer:innen sein Unwohlsein bemerkten (Liegen und Hecheln), wurde er ins Haus gebracht, neben einen Ventilator gestellt und mit nassen Handtüchern gekühlt. Die Besitzer:innen betonten, dass der Hund nicht mit Gartenschläuchen abgespritzt wurde, die in der Sonne gelegen hatten (dies ist eine andere häufige Ursache für diese Art von Hautläsionen). Nach vier Tagen waren auf dem Rücken des Hundes zusammenwachsende Knötchen zu sehen, und zwölf Tage nach der Exposition begannen diese auszutrocknen. Der Hund wurde veterinärmedizinisch untersucht und bekam Enrofloxacin, Amoxicillin/Clavulansäure und Tramadol verschrieben. Da die Läsionen weiter fortschritten, wurde er in eine Klinik überwiesen.

In der Klinik wurde eine leichte Dehydrierung und leicht erhöhte Temperatur festgestellt. Die Blutuntersuchungen ergaben eine leichte Lymphopenie und Monozytose sowie erhöhte ALT und AST Werte. Auf dem gesamten Rücken befand sich eine großflächige Hautnekrose mit purulentem Material, welches unter dem Schorf austrat. Granulationsgewebe und ein Bereich der Reepithelisierung waren ebenfalls sichtbar. Der Behandlungsplan umfasste eine Flüssigkeitstherapie, eine Fentanyldauertropfinfusion und ein chirurgisches Debridement des Schorfs.

Nach dem Débridement wurden die Verbände täglich gewechselt, ein Fentanylpflaster angelegt, transdermales Meloxicam verabreicht und sowohl Gabapentin als auch Tramadol oral gegeben. Die zuvor verordneten Antibiotika wurden für zwei Wochen fortgesetzt. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass der Einsatz einer systemischen Antibiotherapie umstritten ist; der Einsatz von topischem Silbersulfadiazin als Alternative sollte geprüft werden. Die Histopathologie zeigte eine diffuse Nekrose und Hämorrhagie der Epidermis und Dermis, die sich bis in die Subkutis erstreckte, mit multifokalen Bereichen der Infiltration der Subkutis durch Neutrophile.

Zwölf Tage nach der Vorstellung war die Läsion fast abgeheilt und dem Patienten ging es gut.

Sumner, J. P., Pucheu-Haston, C. M., Fowlkes, N., & Merchant, S. (2016). Dorsal skin necrosis secondary to a solar-induced thermal burn in a brown-coated dachshund. The Canadian veterinary journal = La revue veterinaire canadienne, 57(3), 305–308.