Die Auswirkungen einer kurzfristigen peripheren parenteralen Ernährung auf die Therapie-Ergebnisse und die Sterblichkeit bei kritisch kranken pädiatrischen Hundepatienten

22 June 2023 -

Es ist bekannt, dass eine Nahrungsergänzung das Therapie-Ergebnis bei Tierpatienten verbessern kann und dass der bevorzugte Verabreichungsweg über den Magen-Darm-Trakt führt (enterale Ernährung). Bei Störungen der Magen- oder Darmmotilität kann die effektive Aufnahme und Verwertung von Nährstoffen beeinträchtigt sein. Diese Störungen treten häufig bei kranken pädiatrischen Hundepatienten auf, die sehr leicht unterernährt werden, was zu einer erhöhten Morbidität und Mortalität führt.

Forschungsergebnisse bei Katzen und Hunden deuten darauf hin, dass parenterale Ernährung (PN, parenteral nutrition) die Sterblichkeit in Situationen verringern kann, in denen eine enterale Ernährung nicht möglich ist. Der Nachteil von PN ist, dass sie mit Komplikationen wie Sepsis, Stoffwechselanomalien, Säure-Basen-Ungleichgewichten u.a. in Verbindung gebracht wird. Die Literatur legt nahe, dass die Hauptursache für diese Komplikationen eine Überernährung ist.

Ziel dieser Studie war es festzustellen, ob eine hypokalorische Supplementierung die Morbiditäts- und Mortalitätsrate bei kranken pädiatrischen Hundepatienten im Vergleich zu einer Behandlung ohne jegliche Art von PN verbessern würde. Gleichzeitig wurde versucht, die bei einer höherkalorischen Supplementierung beschriebenen Nebenwirkungen zu vermeiden.

In diese Studie wurden 59 kritisch kranke pädiatrische Hundepatienten im Alter zwischen 1 und 6 Monaten aufgenommen. Alle waren nicht geimpft und hatten die Verdachtsdiagnose einer parvoviralen Gastroenteritis. Alle Welpen waren aufgrund von Anorexie, Erbrechen und/oder Durchfall nicht in der Lage, eine optimale enterale Ernährung zu erhalten. Sie wurden in 3 Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 (40% ihrer RER über PN; RER = resting energy requirements), Gruppe 2 (50% ihrer RER über PN) und Gruppe 3 (Kontrollgruppe, die konventionell behandelt wurde). Bei allen Patienten, die Nahrungsergänzung erhielten, wurde 24 Stunden nach dem Klinikaufenthalt in Kombination mit der Standardbehandlung mit PN begonnen. Patienten, die innerhalb von 24 Stunden nach der Aufnahme weiterhin dehydriert waren, wurden von der Studie ausgeschlossen.

Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen Gruppe 1 und 2, so dass sie in der Analyse als eine Gruppe zusammengefasst wurden. Die PN-Gruppe war mit einer geringeren Sterblichkeit, einem geringeren Prozentsatz an Gewichtsverlust und weniger Berichten über Sepsis verbunden; außerdem wurden keine Komplikationen beobachtet. Dies lässt den Schluss zu, dass die Gabe von 40-50 % der RER durch PN eine kurzfristige Therapie bei Hunden sein kann, insbesondere bei schwerkranken Welpen.

 

Flores Dueñas, C. A., Gaxiola Camacho, S. M., Montaño Gómez, M. F., Villa Angulo, R., Enríquez Verdugo, I., Rentería Evangelista, T., Pérez Corrales, J. A., & Rodríguez Gaxiola, M. N. (2021). The effect of short term peripheral parenteral nutrition on treatment outcomes and mortality in critically ill pediatric canine patients’, Irish Veterinary Journal, 74(1)

DOI: https://doi.org/10.1186/s13620-021-00194-2