Canine Otitis externa – Therapie und Komplikationen

22 June 2023 -

Otitis externa kommt bei Hunden sehr häufig vor. Es handelt sich um eine Erkrankung, die durch einen Entzündungsprozess im äußeren Gehörgang verursacht wird und entweder akut oder chronisch verläuft.
Chronische Verläufe sind auf Veränderungen der Ohrmuschel als Reaktion auf eine langanhaltende Entzündung zurückzuführen, die die Feuchtigkeit und den pH-Wert erhöht, was zu einer erhöhten Infektionsanfälligkeit führt. Staphylococcus spp. und Malassezia spp werden am häufigsten im Gehörgang von Hunden gefunden. Manche Pathogene bilden einen Biofilm, was trotz einer adäquaten Therapie zu einer persistierenden Infektion führt.

Handelt es sich um eine akute Otitis externa, die komplikationsfrei verläuft, kann diese einfach behandelt werden. Chronische Fälle dagegen sind eine echte Herausforderung, bei der die Besitzerschulung und Nachsorge eine zentrale Rolle in der Prävention eines Endstadiums dieser Erkrankung einnehmen. Viele Faktoren spielen bei dieser Erkrankung eine Rolle. Manche davon sind prädisponierende Faktoren wie übermäßige Behaarung im Gehörgang. Andere wiederum sind begünstigende Faktoren, wie z. B. Mikroorganismen, die nicht die Ursache einer Otitis sind, sondern die Entzündungsreaktion verschlimmern, wodurch ein Teufelskreis entsteht. Durch Letzteren kann man also erklären, warum eine Therapie in den meisten Fällen fehlschlägt.

Die vollständige Therapie einer Otitis externa besteht darin, die Infektion sowie die Entzündung zu behandeln und dann die zugrunde liegenden Faktoren zu identifizieren, die als erstes zur Entwicklung der Otitis externa beitragen.

Eine zytologische Analyse ist extrem wichtig bei der Entscheidungsfindung und das Reinigen der Ohren vor einer topischen Behandlung unerlässlich, damit die Medikamente effektiv wirken. Den meisten Hunden werden Antiphlogistika und Glukokortikoide verabreicht, was in einigen Fällen bei der Zerstörung von Biofilmen helfen kann. Diese Medikamente können aber nicht über längere Zeit angewendet werden. Funktioniert die beschriebene Behandlung nicht, zeigt ein Rezidiv der Erkrankung trotz dokumentierter Abheilung, dass alle möglichen zugrunde liegenden primären Ursachen sowie prädisponierende und aufrechterhaltende Faktoren analysiert werden müssen.

Es gibt einige Maßnahmen, um einer Otitis externa vorzubeugen: das frühzeitige Erkennen, sowie das Erkennen von geringgradigen Fällen trägt dazu bei, dass der weitere Verlauf nicht schwergradig verläuft. Kombiniert man diese Maßnahmen mit der Aufklärung der Besitzer*innen und häufigen Nachuntersuchungen, kann man der Weiterentwicklung der Erkrankung zu einer chronischen Otitis, Hörverlusten, Otitis media und dem Endstadium vorbeugen.

 

Bajwa, J. (2019). Canine otitis externa – Treatment and complications. The Canadian Veterinary Journal. La Revue Veterinaire Canadienne, 60(1), 97–99.